Der tausendjährige Raum, 1988

Der "Tausendjährige Raum", abgekürzt TARA, war ein fiktives Experiment, dem folgende Idee zu Grunde lag: In einem Versuchswohnraum werden innerhalb eines Jahres 1000 Jahre Alterung simuliert. Alle Faktoren, die Veränderungen im Wohnraum hervorrufen, werden mit Hilfe von Apparaturen wie einem Klimasimulator, einer Staubmaschine und einer künstlichen Sonne simuliert, vor allem aber durch Arbeiter, die rund um die Uhr im TARA arbeiten und die Wände weißen, tapezieren usw. Mit jedem simulierten Mieterwechsel, werden so die Spuren der mit großem technischen Aufwand um das Tausendfache beschleunigten Alterungsvorgänge vernichtet: Der "Tausendjährige Raum" sieht am Ende aus wie neu. In der Ausstellung "Nos Sciences Naturelles",Centre d'Art Contemporain FRI-ART, Fribourg 1992, zeigte Nana Petzet dazu Serien von Wand- und Bodenstücken, wissenschaftlich anmutende Informationstafeln mit beschreibendem Text, Fotos Tabellen und Diagrammen. Mit der systematischen Berücksichtigung aller Teilaspekte wurde der Anspruch auf Wirklichkeitsnähe von Simulationsexperimenten parodiert. Denn im TARA wird durch die tausendfache Beschleunigung das Problem der Gleichzeitigkeit sich gegenseitig ausschließender bzw. störender Teilaspekte verdeutlicht.