Schrödingers Katze

Performance, Symposion „Übergangsbogen und Überhöhungsrampe“ Hochschule für bildende Künste Hamburg, 1992

Mit seinem Gedankenexperiment von 1935 veranschaulicht Erwin Schrödinger die Kluft zwischen der Welt unserer Erfahrung und der Welt der Quantenmechanik. Eine Katze wird mit einer radioaktiven Probe, deren Zerfallswahrscheinlichkeit 50% beträgt, für eine Stunde in eine Stahlkammer gesperrt. Falls ein radioaktiver Zerfall stattfindet, wird ein Tötungsmechanismus ausgelöst. So überträgt sich die Unschärfe des Elementarprozesses auf den Zustand der Katze: Quantenmechanisch betrachtet ist die Katze im geschlossenen Kasten gleichzeitig halb tot und halb lebendig. Erst wenn der Kasten geöffnet wird, entscheidet sich ihr Zustand. Nana Petzet ließ einen entsprechenden Stahlkasten bauen und reflektierte über eine Realisierung des Experiments, obwohl sich unsere Erfahrungswelt nicht wie der Mikrokosmos der Quarks und Quanten verhält. Damit wies sie auf grundsätzliche Fragen hin, die immer noch unbeantwortet sind, obwohl die technische Verwertung der Quantenmechanik hervorragend funktioniert und neue Technologien von der Kernspaltung bis zu Mikroelektronik und Gentechnik ermöglicht hat.