Selbstversuch: Wohnen nach dem Motto "Sammeln Bewahren Forschen".

Nylendugata 15, Reykjavík 1997/1998

Hausmüll entsteht im privaten Bereich und summiert sich zu einem öffentlichen Problem. Bereits 1995 begann Nana Petzet dieses Problem persönlich zu nehmen und die eigene Wohnung in eine Kombination aus Abfallsammelstelle, Wiederaufbereitungsanlage und Wiederverwertungsbetrieb zu verwandeln. Am konsequentesten ist ihr das bei einem halbjährigen Aufenthalt auf Island gelungen. Sie sammelte sechs Monate lang sämtliche in ihrem Vierpersonenhaushalt anfallenden Abfälle, soweit sie sich reinigen und ohne Geruchsbelästigung lagern ließen. Am Ende des Aufenthalts lud Nana Petzet das isländische Kunstpublikum zur Besichtigung ihrer Wohnung ein. So konnten die umfangreiche Abfallsammlung auf dem Dachboden, die vielfältigen Reparaturen und der aus dem Abfall gebastelte Hausrat in situ, d.h. in seiner natürlichen Umgebung besichtigt werden. Durch die Anhäufung des Materials war ein vielfältiges Potential entstanden, das, anders als auf einer Müllhalde, in der Wohnung die menschliche Relation behielt. Nylendugata, Reykjavik, 1997